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Ski-Alpin Weltcup 2019/20

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Ski Alpin

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Wenn der Winter vor der Tür steht, kommen die Wintersportfans wieder auf ihre Kosten. Zahlreiche Live-Übertragungen von Alpin-Ski bis Skispringen sorgen für echten Schneegenuss auf der heimischen Couch.

SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zum Ski Alpin, seiner Geschichte, der Entwicklung, den wichtigsten Events und Regeln.

Geschichte des Ski Alpins

Die Ursprünge des alpinen Skisports liegen in Skandinavien: Im Jahre 1870 soll es in der norwegischen Stadt Telemarken erstmals ein Abfahrtsrennen gegeben haben.

Als Pionier gilt der Österreicher Matthias Zdarsky, der um die Jahrhundertwende die Skiausrüstung aus Skandinavien auch an die Bedingungen der Alpen anpasst und 1905 den ersten Slalom aussteckte. Die Bewertung erfolgte damals allerdings nicht nach Zeit, sondern Stilnoten.

Das erste alpine Abfahrtsrennen folgte 1911 im schweizerischen Montana. Der erste Slalom, wie man ihn heute kennt, fand 1922 in Mürren (Schweiz) statt. Ins olympische Programm wurde der alpine Skisport 1934 aufgenommen und zwei Jahre später bei den Olympischen Spielen in Garmisch-Partenkirchen mit seinen Disziplinen Slalom und Abfahrt erstmals ausgeführt.

Disziplinen und Regeln des Ski Alpins

Im Ski-Weltcup gibt es verschiedene Disziplinen. Es wird zwischen Speed-Disziplinen (Abfahrt und Super-G) und Technik-Disziplinen (Riesenslalom und Slalom) unterschieden.

Abfahrt

Die Abfahrt gilt als die Königsklasse des alpinen Skisports. Geschwindigkeiten bis zu 150 km/h, waghalsige Sprünge und ein Nervenkitzel für Fahrer und Zuschauer sind die Grundzutaten dieser Disziplin.

Die Abfahrt weist die längste Strecke aller Wettbewerbe auf und wird in einem Durchgang gefahren. Im Vergleich zu den anderen Disziplinen finden vor dem Abfahrtsrennen immer ein bis drei Trainingsläufe statt, damit sich die Fahrer den Streckenverlauf, welcher im Normalfall nicht mehr verändert wird, einprägen und die optimale Linie finden können. Der Höhenunterschied bei Abfahrtsrennen der Männer beträgt mindestens 800 Meter und höchstens 1.100 Meter, bei den Frauen mindestens 500 und höchstens 800 Meter. Aufgrund der Höhenunterschiede und der daraus resultierenden wechselnden Sicht- und Wetterbedingungen ist es keine Seltenheit, dass auf verkürzten Strecken gefahren wird, um die Sicherheit der Fahrer nicht zu gefährden.

Die Herrenabfahrt in Kitzbühel auf der berühmt-berüchtigten Streif zählt zu den spektakulärsten und gefährlichsten Abfahrten im Weltcup. Ein Sieg auf dieser Strecke gilt für jeden Fahrer als das große Ziel neben dem Gewinn einer WM- oder Olympiamedaille.

Super-G

Nach der Abfahrt ist der Super-G die zweite Speed-Disziplin im alpinen Skisport. Die Rennstrecke ist jedoch kürzer und technisch anspruchsvoller als bei der Abfahrt. Somit ist es auch für technisch versiertere Fahrer möglich, ein gutes Ergebnis bei einem Super-G Rennen zu erreichen. Die Grundregeln des Super-G legen fest, dass mindestens 35 bzw. 30 Tore mit einem Mindestabstand von 25 Metern gesetzt werden müssen. Im Gegensatz zur Abfahrt gibt es beim Super-G keine Trainingsläufe - die Besichtigung der Strecke kann am Renntag erfolgen. Das Rennen wird, wie in der Abfahrt, in einem Durchgang entschieden. Der Super-G wurde 1982 in den in den alpinen Weltcup-Kalender aufgenommen.

Riesenslalom

Der Riesenslalom wird in zwei Durchgängen entschieden. Die Zeiten der beiden Läufe werden addiert. Der Riesenslalom ist die Disziplin, die dem üblichen Freizeit-Skifahren am ähnlichsten ist. 

Slalom

Der Slalom ist die älteste Disziplin im alpinen Skisport und gleichzeitig die technisch anspruchsvollste. Der Slalom wird, wie auch der Riesenslalom, in zwei Durchgängen entschieden. Die Zeiten der beiden Läufe werden addiert.

Großer Beliebtheit erfreut sich das sogenannte Nightrace in Schladming. Bei Flutlicht und einer Kulisse von rund 50.000 begeisterten Zuschauern versuchen die Slalom-Asse die schnellsten Zeiten zu fahren.

Kombination

Die Kombination ist eine Disziplin im alpinen Skisport, welche Abfahrt und Slalom vereint. Bei der Kombination wird der fahrerisch universellste Fahrer gekrönt, wobei die Slalom-Spezialisten aufgrund der technisch anspruchsvollen Slalomläufe leicht im Vorteil sind.

Der aktuelle Modus ist die Super-Kombination, welche aus einem Slalom-Durchgang und einem Abfahrtslauf über die volle Distanz besteht.

Die wichtigsten Wettbewerbe

Die drei wichtigsten internationalen Wettbewerbe sind der Weltcup, die Weltmeisterschaft und die Olympischen Spiele.

Im Weltcup-Rennkalender der Herren sind zehn Abfahrten, acht Super-G-Rennen, neun Riesenslaloms, zwölf Slaloms, drei Alpine Kombinationen und zwei Parallel-Events vorgesehen. Bei den Damen sind es neun Abfahrten, sieben Super-G-Rennen, neun Riesenslaloms, neun Slaloms, vier Alpine Kombinationen und drei Parallel-Events.

Die Alpine Skiweltmeisterschaft findet alle zwei Jahre statt - nämlich in ungeraden Jahren - und wird vom Weltverband FIS organisiert. Die Olympischen Winterspiele sind der Höhepunkt im Ski-Alpin-Kalender.

Statistiken und Rekorde im Ski Alpin

Marcel Hirscher konnte den Gesamtweltcup bereits siebenmal für sich entscheiden. Besonders ist, dass das österreichische Ausnahmetalent seine sieben Gesamtsiege in Folge gewonnen konnte. Bei den Damen ist der Rekord für die meisten Gesamtweltcupsiege ebenfalls in österreichischer Hand. Annemarie Moser-Pröll gewann in ihrer Karriere sechsmal die große Glaskugel.

Den Rekord für die meisten Siege im Skizirkus hält die Ski-Legende Ingemar Stenmark. Der Schwede stand im Laufe seiner einzigartigen Karriere unglaubliche 86 Mal auf der obersten Treppe des Siegerpodests. Die erfolgreichste Siegesläuferin bei den Damen ist Lindsey Vonn. 

Die Favoriten der Saison 2019/20

Bei den Herren wird ein spannender Zweikampf um den Gesamtweltcup erwartet, der - nach dem Rücktritt von Marcel Hirscher im Sommer - so eng wie nie werden könnte.

Die Topfavoriten sind der Franzose Alexis Pinturault und der Norweger Henrik Kristoffersen. Pinturault landete in der Vorsaison auf dem zweiten Rang in der Gesamtwertung und gilt als einer der vielseitigsten Fahrer. Kristoffersen hingegen ist ein Technik-Spezialist und profitiert davon, dass der Rennkalender insgesamt 23 technische Rennen und nur 18 Speed-Wettbewerbe beinhaltet.

Als Geheimtipps gehen zudem der Franzose Clement Noel der Österreicher Vincent Kriechmayr an den Start.

Bei den Frauen gilt Mikaela Shiffrin als Top-Favoritin. Der US-Superstar düpierte im Vorjahr die Konkurrenz, satte 849 Punkte Vorsprung hatte die 24-Jährige auf die Zweitplatzierte Petra Vlhova aus der Slowakei, die als härteste Konkurrentin gehandelt wird. Chancen darf sich auch die Schweizerin Wendy Holdener ausrechnen, die im vergangenen Jahr auf Rang drei landete und neben Shiffrin und Vlhova als einzige Athletin die 1000-Punkte-Marke knacken konnte.