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Thomas Müller vor Rücktritt aus DFB-Team? Die bewegte Karriere der Fußball-Legende

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Thomas Müller vor Rücktritt aus DFB-Team? Die bewegte Karriere der Fußball-Legende

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Trauriges Ende einer lebenden Legende?

War das Costa-Rica-Spiel der letzte Auftritt von Thomas Müller im DFB-Team? Der Bayern-Star deutet dies nach dem WM-Aus zumindest an. Ein Rückblick auf seine bewegte Karriere.
Thomas Müller richtet emotionale Worte an deutsche Fans nach dem erneuten Ausscheiden in der Gruppenphase.
. SPORT1
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Wurden wir an diesem Abend alle Zeuge, wie die Karriere einer DFB-Legende traurig zu Ende ging?

Thomas Müller deutete nach dem vorzeitigen WM-Aus in Katar sein Ende in der deutschen Nationalmannschaft an. „Für mich ist das eine absolute Katastrophe“, sagte der Weltmeister von 2014 in der ARD und ergänzte: „Falls das mein letztes Spiel gewesen sein sollte“, wolle er sich bereits bei den deutschen Anhängern bedanken. (DATEN: WM-Spielplan 2022)

Dann wandte er sich direkt an die TV-Zuschauer: „Ich weiß auch nicht genau, wie es weitergeht. Falls das mein letztes Spiel für Deutschland gewesen sein sollte, dann möchte ich nochmal ein paar Worte an die deutschen Fußballfans richten. Es war ein enormer Genuss, liebe Leute, vielen Dank! Wir haben unglaubliche Momente miteinander gehabt. Ich habe in jedem Siel ersucht, mein Herz auf dem Platz zu lassen, allen Einsatz geliefert. Manchmal gab es Freudentränen durch meine Aktionen, manchmal hatten die Zuschauer auch Schmerzen im Gesicht, weil meine Aktionen nicht gelungen sind. Aber ich habe es mit Liebe getan, da könnt ihr euch sicher sein. Alles weitere muss ich jetzt erstmal sehen. Vielen Dank dafür!“

Am späteren Abend rückte der Bayern-Star seine emotionalen Worte ein wenig zurecht: „Ich muss nachdenken und mich mit meiner Frau besprechen.“ Ausgang: offen! Auch mit seiner emotionalen Instagram-Botschaft wenige Tage später (“Vollkatastrophe“) ließ Müller nicht wirklich eine Entscheidung durchblicken.

Müller bestritt bis dato 121 Länderspiele und verbuchte dabei 44 Tore und 40 Vorlagen! Sein größter Erfolg war der WM-Titel in Rio. SPORT1 blickt auf die bewegte Karriere der Fußball-Legende im DFB-Team zurück. (KOMMENTAR: Peinliches Ende einer Mogeltruppe)

Müllers Stern geht bei der WM in Südafrika auf

Am 3. März 2010 feierte der Stürmer mit 21 Jahren in der heimischen Allianz Arena in München vor seinen Fans sein emotionales DFB-Debüt. Im zweiten Durchgang wurde Müller dabei für Toni Kroos eingewechselt - erhielt Standing Ovations - konnte aber die 0:1-Pleite gegen Argentinien auch nicht abwenden.

Kurz darauf ging allerdings sein großer Stern bei der Weltmeisterschaft in Südafrika auf! Gleich im ersten Gruppenspiel glänzte der Bayer mit einem Tor, dem ersten im DFB-Trikot, und einer Vorlage beim 4:0-Erfolg gegen Australien. Gegen Ghana war er am 1:0-Sieg ebenfalls entscheidend beteiligt.

Beim 4:1 gegen England in der K.o.-Runde traf er gleich doppelt und konnte im Viertelfinale dann Revanche nehmen an den „Gauchos“. Müller eröffnete den Torreigen beim 4:0 gegen Argentinien, verpasste dann aber das Halbfinale wegen seiner zweiten Gelbe Karte im Turnier. (DATEN: Gruppen und Tabellen der WM)

Somit war er gegen Spanien gesperrt und sein unfassbarer Lauf von vier Toren und drei Vorlagen bis dahin jäh gestoppt. Gegen die Furia Roja wurde Müller schmerzlich vermisst und das DFB-Team musste nach der 0:1-Niederlage gegen den zukünftigen Weltmeister Spanien alle Titelträume begraben.

Immerhin gewann das DFB-Team noch das Spiel um Platz drei gegen Uruguay mit 3:2 - und zwar dank Müllers fünftem Streich. Folgerichtig erhielt der Bayern-Star den Goldenen Schuh als Torschützenkönig der WM 2010 und war damit nach Gerd Müller (1970) und Miroslav Klose (2006) erst der dritte deutsche Spieler, dem diese Ehre zuteilwurde. Zudem wurde der 21-Jährige als bester junger Spieler der WM ausgezeichnet.

Der absolute Höhepunkt: Weltmeister in Rio 2014

Nach seinem Durchbruch war er fortan als rechter Außenstürmer der Nationalmannschaft gesetzt und steuerte in zehn EM-Quali-Spielen starke drei Tore und sieben Torvorlagen bei. Bei der EURO 2012 in Polen und der Ukraine blieb Müller aber blass, war an keinem Treffer direkt beteiligt und scheiterte mit dem DFB-Team im Halbfinale an Italien (1:2).

In der darauffolgenden WM-Quali stellte der DFB-Star allerdings seine unbestrittene Klasse wieder eindrucksvoll unter Beweis und war mit zehn Scorer-Punkten maßgeblich daran beteiligt, dass Deutschland sich für die Endrunde in Brasilien qualifizierte. (NEWS: Rücktritt? Neuer wird deutlich)

Im ersten WM-Gruppenspiel erzielte Müller beim 4:0-Sieg über Portugal gleich drei Tore, beim dritten „Gruppenfinale“ gegen die USA das spielentscheidende Tor zum 1:0 und beim legendären 7:1 im Halbfinale gegen Gastgeber Brasilien mit dem Treffer zum 1:0 das 2000. Tor der deutschen Nationalmannschaft.

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Damit hatte er zehn WM-Tore in zwölf WM-Spielen erzielt und belegte zusammen mit Helmut Rahn den vierten Platz in der Rangliste der besten DFB-Torschützen bei Weltmeisterschaften. Und das mit 24 Jahren! Zudem war der Bayern-Star der erste WM-Torschützenkönig, der bei der folgenden WM fünf Treffer markierte.

Die Krönung seiner bewegten Karriere war dann der Titelgewinn in Rio de Janeiro! Nach dem 1:0-Sieg gegen Argentinien am 13. Juli 2014 durfte sich Müller nun Weltmeister nennen. Wie groß sein Anteil daran war, belegen diverse Statistiken.

Müller gewinnt WM-Titel, Silbernen Ball und Schuh

Müller stand bei allen sieben WM-Spielen in der Startelf, bestritt bis auf das Portugal-Duell (81. Minute ausgewechselt) jedes Spiel über die volle Distanz, hatte mit 84 Kilometern die höchste Gesamtlaufleistung aller Spieler des Turniers und trug mit seinen fünf Toren sowie drei Vorlagen maßgeblich zum Gewinn des WM-Titels bei.

Dafür wurde er hinter dem besten WM-Spieler Lionel Messi (Goldener Ball) mit dem Silbernen Ball sowie hinter WM-Torschützenkönig James Rodríguez (Goldener Schuh) mit dem Silbernen Schuh ausgezeichnet. (STIMMEN zum DFB-Spiel: Flick widerspricht Schweinsteiger klar)

Auf dem Weg zur EM 2016 ging Müllers phänomenaler Lauf weiter: In neun von zehn Quali-Spielen traf er neun Mal und legte zwei weitere auf. Doch beim Endturnier in Frankreich blieb der Offensiv-Star wie bei der EURO 2012 erneut torlos - und vergab zudem im Elfmeterschießen im Viertelfinale gegen Italien seinen Strafstoß. Schließlich schied das DFB-Team im Halbfinale gegen Frankreich aus.

Obgleich Müller mit dem FC Bayern groß aufspielte, Titel um Titel gewann und bei seinen ersten beiden Weltmeisterschaften zur Weltklasse gehörte, lief es für ihn bei den Europameisterschaften nicht rund. Und das sollte ihn auch bei den folgenden Endturnieren einholen.

Enttäuschende WM 2018 und vorläufiges Karriereende im DFB-Team

In Russland 2018 scheiterte Deutschland erstmals in seiner Fußball-Geschichte vorzeitig bei einer WM! Müller stand zwar in den ersten beiden Vorrundenspielen über die volle Distanz auf dem Platz, blieb aber ohne Torbeteiligung beim 0:1 gegen Mexiko sowie beim 2:1-Erfolg gegen Schweden.

Nach seinen schwachen Leistungen musste er im „Gruppenfinale“ gegen Südkorea letztlich mit der Bank vorliebnehmen und konnte nach seiner Einwechslung das 0:2 auch nicht abwenden. Wie bei den beiden Europameisterschaften zuvor konnte Müller kein Tor erzielen oder vorbereiten. (NEWS: Alles Wichtige zur WM)

Am 19. November 2018 bestritt er dann in Gelsenkirchen in der Nations League beim 2:2 gegen die Niederlande sein 100. Länderspiel und ist damit einer von 17 deutschen Nationalspieler, die diese magische Marke geknackt haben. Allzu viele sollten vorerst nicht mehr dazukommen. (PRESSESTIMMEN: „Ein Erdbeben erschüttert den Planeten Fußball“)

Bayern-Star: „Das hat mit Wertschätzung nichts zu tun“

Denn im Frühjahr 2019 sortierte Bundestrainer Joachim Löw Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng aus der Nationalmannschaft aus und leitete damit einen Umbruch ein. Der Bayern-Star war logischerweise sehr enttäuscht, „perplex“ und „sauer“ über die Art und Weise der Entscheidung.

Des Weiteren kritisierte der damals erst 30-Jährige die „suggerierte Endgültigkeit der Entscheidung“: „Wenn kurz nachdem wir von der Entscheidung des Bundestrainers erfahren haben, vorgefertigte Statements seitens des DFB und des Präsidenten an die Presse rausgegeben werden, ist das aus meiner Sicht kein guter Stil und hat mit Wertschätzung nichts zu tun.“

Löw musste sich danach viel Kritik anhören und revidierte seine Entscheidung im Juni 2021 wieder, als Müller gegen Dänemark sein DFB-Comeback feiern durfte. Die darauffolgende EM 2020, die wegen der Corona-Pandemie erst 2021 ausgetragen wurde, war aber für den deutschen Stürmer ein Spiegelbild seiner vorigen EM-Darbietungen. (NEWS: Kimmich: „Angst, in ein Loch zu fallen“)

Deutschland flog bereits im Achtelfinale gegen England (0:2) raus und Müller blieb auch bei seiner dritten Europameisterschaft in Folge torlos. Lediglich bei der EM 2016 gegen Nordirland war er an einem Tor direkt beteiligt - dem Siegtreffer von Mario Gomez zum 1:0.

Flick vertraut Müller

Nach der enttäuschenden EM nahm Löw seinen Hut und Hansi Flick wurde sein Nachfolger. Unter dem neuen Bundestrainer war Müller wieder in der ersten Elf gesetzt und dankte es seinem Ex-Bayern-Coach mit Top-Leistungen: In vier WM-Quali-Spielen verbuchte er je drei Tore und drei Assists. (NEWS: Keine Jobgarantie für Flick/Bierhoff!)

Obgleich der 33-Jährige die letzten Bayern-Spiele wegen Hüftproblemen aussetzen musste, stand er im Kader für die WM 2022. „Ich bin überzeugt davon, dass er noch nie so gut vorbereitet war auf eine WM“, erklärte Flick dessen Nominierung. Zudem gehe er davon aus, dass Müller „mit einer guten Fitness“ nach Katar kommt.

Gegen Japan (1:2) und Spanien (1:1) stand der Bayern-Angreifer in der Startelf, enttäuschte aber wie seine Mitspieler. Deshalb kam vor dem Gruppenfinale gegen Costa Rica die Frage auf, ob nicht Niclas Füllkrug anstelle von Müller stürmen sollte. (NEWS: Experten geschockt! Das muss sich Flick vorwerfen lassen)

„Diese Entscheidung war für uns sehr lange offen“, erklärte Flick. Füllkrug hatte beim 1:1 gegen Spanien getroffen, Müller bis dato noch nicht einmal aufs Tor geschossen. Dass der Bundestrainer an Müller aber festhielt, war deshalb eine Überraschung.

Trauriges Ende einer deutschen Fußball-Legende?

Flick begründete dies wie folgt: „Er hat eine große Erfahrung, gegen Spanien viel gepresst und enorm viele Meter gemacht. Thomas ist ein Organisator, er pusht die Mannschaft.“ Für den Bremer Füllkrug blieb wieder nur die Joker-Rolle.

Während der Bayern-Star auch gegen die Mittelamerikaner erneut blass blieb und in allen drei Gruppenspielen keinen einzigen Scorer-Punkt verzeichnete, stellte „Fülle“ mit seinem zweiten WM-Tor den 4:2-Endstand her. (EINZELKRITIK: Note 6 für Müller - wenige Lichtblicke)

Kein Wunder, dass der Weltmeister von 2014 nach dem bitteren WM-Aus auch mit einem Karriereende im DFB-Team liebäugelte.

Sollte es das womöglich gewesen sein, wäre es ein trauriges Ende für eine deutsche Fußball-Legende! (NEWS: Flick rechnet ab: „Seit Jahren ...“)