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Dortmunds neuer Trainer Thomas Tuchel setzt unter anderem auf Torhüter Roman Bürki und Marco Reus © Grafik SPORT1 Philipp Heinemann

Dortmund - Nach sieben Jahren unter Jürgen Klopp setzt jetzt Thomas Tuchel bei Borussia Dortmund neue Reizpunkte. Bis zur Rückkehr in die Champions League ist es aber noch weit.

Am Freitag startet die Bundesliga in ihre 53. Saison. (SERVICE: Der Spielplan)

SPORT1 nimmt in der Serie "Bundesliga - der Countdown" alle 18 Teams genau unter die Lupe und gibt eine Prognose ab.

Weiter geht es mit Borussia Dortmund, das sich erst noch an eine ganz entscheidende Neuerung gewöhnen muss.

Das ist neu

Zuallererst der Trainer: Thomas Tuchel will den Fußball des Ballspielvereins Borussia 09 nicht neu erfinden, aber neu gestalten. Der 41-Jährige hat mit seinem eigenen Stil bereits Akzente gesetzt.

"Die Mannschaft braucht nach Jahren, die sie teilweise schon in großer Anzahl zusammen ist, einfach neue Impulse", sagte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc im SPORT1-Interview.

Tuchel lässt seine Elf flexibler agieren als nur im 4-2-3-1-System seines Vorgängers Jürgen Klopp. "Ziel ist es, dass wir variabler spielen und mehr Ballbesitz haben", sagt Marco Reus über das neue Konzept. Beim DFB-Pokalauftakt in Chemnitz wählte der Coach ein 4-1-4-1 als Grundformation.

Auch im Umfeld hat sich einiges geändert. Die Spiroergometrie ersetzte den Laktattest zum Trainingsauftakt, die Pasta-Küche eines Dortmunder Edelitalieners wurde durch Vollkornnudeln und mehr Omega-3-Fettsäuren abgelöst. Tuchel prüft kleinste Details, lässt auch jedes Training mit einer Teleskopkamera aufzeichnen.

Neu ist auch Roman Bürki (für 3,5 Millionen Euro vom SC Freiburg), der nach SPORT1-Informationen zumindest in der Bundesliga Roman Weidenfeller als Nummer eins im Tor ablösen wird. Gonzalo Castro (Bayer Leverkusen, 11 Millionen Euro) verstärkt das Mittelfeld, ebenso wie das Riesentalent Julian Weigl (1860 München, 2,5 Millionen Euro).

Spieler im Fokus

Henrikh Mkhitaryan steht in dieser Saison mehr denn je in der Verantwortung. Der Edeltechniker soll in seiner dritten BVB-Spielzeit endlich sein ganzes Potenzial abrufen. Mit vier Toren und drei Assists in den ersten drei Pflichtspielen hat Dortmunds Nummer 10 den ersten Schritt in diese Richtung getan.

Marco Reus ist der Leuchtturm in der topbesetzten BVB-Offensive. Er überzeugt unter Tuchel als Regisseur im Zentrum, während Mkhitaryan nach links rückte.

Auch Kapitän Mats Hummels will wieder seine Bestform erreichen, ebenso wie Ilkay Gündogan nach langer Verletzung.

Saisonziel

Tuchel sieht sein Team als "Herausforderer für die nationale Spitze". Konkret heißt das: Bayern, Wolfsburg, Gladbach und Leverkusen sollen den Verfolger im Nacken spüren.

"Natürlich schielen wir auch auf die Champions-League-Plätze", sagt Zorc. Aber das werde "ein langer und harter Weg", ist sich der 51-Jährige mit BVB-Boss Hans-Joachim Watzke und Tuchel einig.

Das muss sich ändern

Zwei Dinge müssen sich gravierend ändern: Torchancen besser nutzen, weniger Tore kassieren.

Beim 5:0 gegen Wolfsberg und beim 2:0 in Chemnitz lief schon vieles deutlich besser. "Das Konzept von Thomas Tuchel braucht noch Zeit, aber wir sind auf einem guten Weg", sagt Marco Reus.

Die Mannschaft benötigt, erst Recht nach Sebastian Kehls Karriereende, eine noch deutlichere Hierarchie auf dem Platz. Die Nationalspieler-Achse Hummels – Gündogan – Reus muss klar den Ton angeben. Auch Mkhitaryan steht in der Pflicht, noch mehr vorwegzugehen.

Personell könnte sich noch etwas im Angriff ändern, wo mit Pierre-Emerick Aubameyang und Adrian Ramos bislang nur zwei nominelle Stürmer zur Verfügung stehen.

Im Mittelfeld herrscht noch ein Überangebot. Zu den Wechselkandidaten zählen Kevin Großkreutz, Moritz Leitner, Oliver Kirch und womöglich auch Jakub Blaszczykowski.

SPORT1-Prognose

Mit ihrer Qualität in der Offensive spielt die Borussia wieder um die Champions-League-Plätze mit. Weil der neue Trainer die Mannschaft erreicht und die Spieler ihm folgen, entsteht ein neuer BVB-Geist.

Rückschläge sind auf diesem Weg eingeplant und ganz natürlich. Steckt das Team diese gut weg, wird die hoch veranlagte Mannschaft mit dem Tuchel'schen Ballbesitzfußball zu neuen Erfolgen aufbrechen.

Die bisherigen Teile der SPORT1-Serie:

(FC Schalke 04: Mit frischem Wind zu neuem Glanz)

(FC Augsburg: Realismus ist Trumpf)

(Bayer Leverkusen: Die Suche nach dem geordneten Chaos)

(1899 Hoffenheim: Kuranyi soll 1899 inspirieren)

(Eintracht Frankfurt: Träume von Europa)

(SV Werder Bremen: Gesunden - und sorgenfrei bleiben)

(1. FSV Mainz 05: Sehnsucht nach neuer Begeisterung)

(1. FC Köln: Voran mit Kölscher Nüchternheit)

(Hannover 96: Bloß kein Abstiegskampf mehr)

(VfB Stuttgart: VfB droht nächste Zittersaison)

(Hertha BSC: Dardai und die Suche nach dem Glück)

(Hamburger SV: Fortschritt im Schneckentempo)

(FC Ingolstadt: Erkundungstour im Eiltempo)

(SV Darmstadt 98: Außenseiter unter den Außenseitern)

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