Galerien>

NBA: MVP und Co. der Saison 2017/18 - SPORT1 vergibt Awards

1 / 37
In der Nacht auf Dienstag verkündet die NBA in einer großen Show, wer die Awards für die reguläre Saison abgeräumt hat. Gibt es Trost für Finals-Verlierer LeBron James, oder ist doch James Harden der MVP des Jahres? SPORT1 zeigt die Top 3 aller Kategorien und vergibt die NBA-Awards 2017/18
ROOKIE OF THE YEAR (ROY): RANG 3 - JAYSON TATUM (Boston Celtics): Die Kelten traden im Draft sogar noch von 1 auf 3 zurück, um Tatum zu picken. Hinter Markelle Fultz und Lonzo Ball. Der Flügelspieler stellt mit seinen Leistungen beide vor ihm gedrafteten Rookies klar in den Schatten
Durch Haywards Verletzung bekommt Tatum früh viel Spielzeit und Verantwortung - und zahlt das Vertrauen mit 14 Punkten und 5 Rebounds im Schnitt zurück. In den Playoffs (die für den Award allerdings nicht zählen) legt der Rookie sogar 18 Zähler im Schnitt auf und zeigt eindrucksvoll, dass er schon im ersten Jahr absoluter Leistungsträger ist
RANG 2 - DONOVAN MITCHELL (Guard, Utah Jazz): "Nur" an Nummer 13 wählten die Denver Nuggets Donovan Mitchell im Draft aus und tradeten ihn umgehend nach Utah. Offenbar genau das richtige Pflaster für den athletischen Guard. Mitchell schlug voll ein
In Windeseile stieg er zum Leistungsträger auf, lieferte gleich zwei Spiele mit mehr als 40 Punkten ab und hat großen Anteil an der souveränen Playoff-Quali der Jazz. 20,5 Punkte im Schnitt sprechen eine deutliche Sprache. Obendrein gewann der 21-Jährige auch noch den Dunk-Contest beim All-Star Game und ist auch in der Postseason der Leader der Jazz
RANG 1 - BEN SIMMONS (Forward, Philadelphia 76ers): Besser als Mitchell war nur Ben Simmons von den Philadelphia 76ers. Der Nummer-1-Pick aus dem Vorjahr zeigt in seiner ersten verletzungsfreien Saison endlich, wozu er in der Lage ist. Seine beeindruckende Statistik: 15,9 Punkte, 8,2 Rebounds, 8,2 Assists. Als hätte er schon zig NBA-Jahre auf dem Buckel führt er sein hochtalentiertes Team an
Das Ergebnis: Platz 3 im Osten noch vor den Cavaliers. Außerdem hat Simmons die Frage nach dem ROTY sowieso schon selbst geklärt. Sein Statement: "Wen ich wählen würde? Zu 100 Prozent mich." In den Playoffs zeigt er vor allem gegen Bostons Defense Schwächen, der Titel für die Regular Season ist ihm dennoch nicht zu nehmen
COACH OF THE YEAR: RANG 3 - QUIN SNYDER (Utah Jazz): Der Coach verliert vor der Saison mit Gordon Hayward seinen Franchise Player, Center und Defense-Anker Rudy Gobert. Er verpasst 37 Spiele - trotzdem führt Snyder die Jazz auf Platz 5 im harten Westen
Coach Snyder formt Donovan Mitchell in Windeseile zur Offensiv-Maschine und führt sein Team ohne einen einzigen All Star in die Postseason. Dabei lässt Utah unter anderem die Spurs, Pelicans und Clippers hinter sich
RANG 2 - BRAD STEVENS (Boston Celtics): Wieder einmal presst das junge Coaching-Genie aus den Celtics das Maximum heraus. Gordon Hayward die komplette Saison verletzt, Kyrie Irving macht nur 60 Spiele, auch Al Horford fehlt zehn Partien, Daniel Theis als wichtiger Bankspieler ebenfalls schon länger raus - trotz all dieser Ausfälle holen die Celtics Platz 2 im Osten
Stevens bringt Youngster wie Jayson Tatum, Jaylen Brown oder Terry Rozier auf das nächste Level, auch in den Playoffs spielen die Kelten bärenstark auf und scheitern erst im Conference Finale knapp in Spiel sieben an den Cleveland Cavaliers
RANG 1 - DWAYNE CASEY (Toronto Raptors): Eigentlich unglaublich - der Trainer des Jahres wurde jetzt schon gefeuert. Vor ein paar Jahren war der frühere Assistent der Dallas Mavericks bei den Raptors praktisch schon entlassen. Jahr für Jahr implodierten die Dinos spätestens in den Playoffs - so auch dieses Jahr gegen LeBron James und die Cavaliers
Dabei hatte Casey die Raptors mit der besten Bank der Liga auf Platz 1 im Osten gecoacht, aus den einst schwierigen und viel kritisierten Kyle Lowry und DeMar DeRozan ein formidables Backcourt-Duo geformt und gleichzeitig zahlreiche Rotationsspieler quasi aus dem Nichts zu Leistungsträgern gemacht und wurde von seinen Trainerkollegen zum Coach des Jahres gewählt. Sündenbock nach dem 0:4 gegen die Cavs war er dennoch
DEFENSIVE PLAYER OF THE YEAR: RANG 3 - JOEL EMBIID (Philadelphia 76ers): Neben seinem elitären Social-Media-Game lässt der Big Man der Sixers auch auf dem Platz Taten folgen. 1,8 Blocks und 11 Rebounds deuten seine einschüchternde Wirkung nur an
Mit Embiid auf dem Feld ist Phillys D eine der besten der Liga - ohne ihn eine der schlechtesten. Direkt am Ring lässt der Center nur eine Trefferquote von 52,4 Prozent zu - der drittbeste Wert der Liga (unter den Spielern, die mindestens 250 Würfe verteidigt haben)
RANG 2 - ANTHONY DAVIS (Center/Forward, New Orleans Pelicans): Das Blockmonster der NBA. Seine 193 Blocks (2,6 pro Spiel) sind einsame Spitze. Dazu sammelt "The Unibrow" durchschnittlich elf Rebounds
Dem 2,11-Meter-Hünen möchte kein Gegner in der Zone begegnen, sowohl defensiv wie offensiv. Spätestens 28,2 Punkte im Schnitt machen klar: Davis ist ein Komplettpaket
RANG 1 - RUDY GOBERT (Center, Utah Jazz): Der zweitbeste Verteidiger des Vorjahres erklimmt endgültig den Defensiv-Thron - und das, obwohl der Franzose einen Großteil der Saison verletzungsbedingt verpasst
Wenn Gobert aber auf dem Feld steht, verleiht er Utahs Spiel unfassbare Physis und macht die Defensive zum besten Bollwerk der NBA. 10,7 Rebounds und 2,3 Blocks pro Spiel sind sogar minimal schlechter als 2016/17, Goberts Ausstrahlung in der Zone ist aber unerreicht
SIXTH MAN OF THE YEAR: RANG 3 - FRED VANVLEET (Guards, Houston Rockets): Stellvertretend für die überragende Raptors-Bank muss VanVleet erwähnt werden. Trotz des ernüchternden Playoff-Aus, spielten Torontos Backups eine fantastische Saison. VanVleet steigerte sich vom D-League-Meister 2017 zu einem wertvollen NBA-Backup
In der Plus/Minus-Statistik der gesamten NBA liegt der Guard für die vergangenen reguläre Saison sogar auf einem herausragenden 19. Platz! In der Effizienz pro Angriff seines Teams lag VanVleet sogar auf vier - lediglich hinter Steph Curry, Eric Gordon und Chris Paul
RANG 2 - ERIC GORDON (Guard, Houston Rockets): Das beste Team der Liga hat eine der besten Bank-Mikrowellen der Liga. Satte 18 Punkte im Schnitt legt Gordon auf. Der starke Scorer blieb in dieser Saison von größeren Verletzungen verschont und spielte eine starke Saison
Nur 30 seiner 69 Saisonspiele stand er in der Startformation, allerdings ist seine Spielzeit mit 31,2 Minuten auf Starter-Niveau. Mit seinen Dreiern verhalf er den Rockets zu einer herausragenden Spielzeit, die sie als Top-Team der Western Conference abschlossen, lediglich die Verletzung von Chris Paul gegen Golden State kostete sie wohl die Finals-Teilnahme
RANG 1 - LOU WILLIAMS (Guard, Los Angeles Clippers): Noch besser war allerdings Lou Williams. Der Award für den besten Bankspieler der Liga geht aber nach L.A. - 22,6 Punkte im Schnitt bedeuten Rang 13 ligaweit
"Sweet Lou" ist damit von der Bank nicht nur der Topscorer, auch bei den Assists führt er die Clippers mit 5,3 pro Partie an. Ohne ihn hätte es in L.A. noch viel düsterer ausgesehen. Bereits 2015 räumte der Routinier den Award ab (damals in Diensten der Raptors)
MOST IMPROVED PLAYER (MIP): RANG 3 - CLINT CAPELA (Houston Rockets): Nach dem Abgang von Dwight Howard ist der Weg in Houston frei für den Schweizer - und der legt in 27 Minuten mit 14 Punkten und 11 Rebounds mal eben ein Double-Double auf
Capela ist als abrollender Big Man neben den ganzen Schützen der Rockets ein wichtiger Teil im Offense-System, macht als Blocksteller einen überragenden Job und verbucht mit 65 Prozent Trefferquote einen astronomischen Wert - weil er nur das macht, was er kann. Das dafür aber bockstark
RANG 2 - SPENCER DINWIDDIE (Guard, Brooklyn Nets): Über die letzten Jahre verbrachte der 25-Jährige die meiste Zeit auf den Ersatzbänken der Pistons und Nets. Diese Saison durfte er endlich dauerhaft als Starter ran - und machte einen riesigen Sprung
Über fünf Punkte mehr als letztes Jahr (jetzt 12,6) und starke 6,6 Assists liefert der Point Guard für Brooklyn im Schnitt pro Abend - selbst nach der Rückkehr des verletzten D'Angelo Russell produzierte Dinwiddie für die Nets
RANG 1 - VICTOR OLADIPO (Guard, Indiana Pacers): Der Titel muss aber ganz klar nach Indiana gehen. Im Trade mit den OKC Thunder wurde Oladipo nur als Trostpreis gesehen - mittlerweile muss man fragen, ob er nicht sogar aktuell der beste Spieler im Trade um Paul George ist...
23,1 Punkte, 5,2 Rebounds, 4,3 Assists, 2,4 Steals, 0,8 Blocks - "Dipo" macht so ungefähr alles. Vor allem der Sprung von sieben Punkten mehr (16 bei OKC) trotz gesteigerter defensiver Aufmerksamkeit als Go-to-Guy in Indiana ist bemerkenswert - zumal auch seine Effektivität heute deutlich besser ist als als Sidekick von Westbrook in OKC
MOST VALUABLE PLAYER (MVP): RANG 3 - ANTHONY DAVIS (New Orleans Pelicans): 28,1 Punkte, 11,1 Rebounds, 2,6 Blocks, 1,5 Steals - die Zahlen der Monobraue waren auch dieses Jahr wieder unglaublich
Nach Cousins' Achillessehnenriss nimmt Davis die Pelicans komplett alleine auf seine Schultern, liefert im Februar monströse 35 Punkte und 13 Rebounds im Schnitt und hievt New Orleans tatsächlich noch in die Playoffs
RANG 2 - LEBRON JAMES (Forward, Cleveland Cavaliers): Der selbsternannte King legt auch mit 33 noch Fabelzahlen auf: 27,5 Punkte, 9,1 Assists und 8,6 Rebounds sind elitär - und wäre der MVP-Award wirklich wortwörtlich der Titel für den "wertvollsten" Spieler der Liga, würde ihn LeBron wohl bekommen - weil die Cavs ohne ihn komplett abstinken würden
Allerdings ist auch Teil der Wahrheit, dass sich James massive Pausen in der Verteidigung nimmt (Defensive Win Shares 17/18: Rang 309!). Dass nur sechs Teams mieser verteidigen als die Cavs, liegt auch am Teamleader. So quält sich Cleveland im Osten nur auf Rang vier, schafft es aber in die Finals, wo es gegen die Warriors einen Sweep setzt
MVP: RANG 1 - JAMES HARDEN (Guard, Houston Rockets): Natürlich wird auch James Harden nie als Vorbild für hervorragende Defensivarbeit herangezogen werden. Trotzdem ist die Bart-Ikone der verdiente MVP der Saison 2017/18
Topscorer der NBA mit 30,4 Punkten, dazu 8,8 Assists und mit 0,7 Blocks und 1,8 Steals ist Harden und zumindest nach Zahlen defensiv nicht schlechter als LeBron. All das leistet Harden, obwohl er den Ball diese Saison mit Chris Paul teilen muss. "The Beard" ist der beste Spieler im besten Regular-Season-Team der NBA - und damit auch der MVP
NBA: MVP und Co. der Saison 2017/18 - SPORT1 vergibt Awards
In der Nacht auf Dienstag verkündet die NBA in einer großen Show, wer die Awards für die reguläre Saison abgeräumt hat. Gibt es Trost für Finals-Verlierer LeBron James, oder ist doch James Harden der MVP des Jahres? SPORT1 zeigt die Top 3 aller Kategorien und vergibt die NBA-Awards 2017/18
@SPORT1-Grafik: Getty Images