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Highbury, Wembley und Co.: Legendäre Stadien in England

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England ist das Mutterland des modernen Fußballs. Dementsprechend stehen auf der Insel auch zahlreiche Stadien, die einen schon fast legendären Ruf haben. Allerdings macht die Modernen auch vor diesen historischen Spielstätten nicht Halt
Borussia Dortmund wurde von Tottenham Hotspur im Achtelfinale der Königsklasse noch im Wembley Stadion empfangen, da die neue Arena, die "New White Hart Lane" noch nicht fertig war
Doch nun erreicht die Fans frohe Kunde, Tottenham soll bereits in der nächsten Runde der Champions League im neuen Schmuckkästchen spielen. "Ich erwarte, im neuen Stadion zu spielen. Unser Wunsch ist es, dort zu spielen", sagte Trainer Maurizio Pochettino laut "BBC"
Die Eröffnung der "New White Hart Lane" war immer wieder verschoben worden, zuletzt ging man erst von einem Umzug zur neuen Saison aus. Die alte White Hart Lane wurde so wie viele geschichtsträchtige englische Stadien in den letzten Jahren abgerissen
Das White Hart Lane (deutsch: Gasse zum weißen Hirsch) stand im Londoner Stadtteil Tottenham und hatte zuletzt Kapazität für 36.284 Zuschauer. In seiner Anfangszeit war das Stadion nur unter seinem alten Namen "Gilpin Park" bekannt. Erst später setzte sich "White Hart Lane" durch
Die Fans von Tottenham Hotspur nannten das Stadion nur "The Lane". Eröffnet wurde das Stadion 1899 mit dem Spiel Tottenham Hotspur gegen Notts County. 5.000 Zuschauer verfolgten den 4:1-Erfolg Tottenhams. Der Besucherrekord von 75.038 Zuschauern wurde 1938 im FA-Cup aufgestellt
Ab 1953 war das Stadion mit Flutlicht augerüstet. 1990 wurde die erste Videoleinwand eingebaut. Seit den 1980 wurden die Tribünen nach und nach erneuert. Mit der Renovierung der Members Stand, die Nordtribüne, wurde White Hart Lane zu einem reinen Fußballstadion
Während der gesamten Standzeit des Stadions sind die Tottenham Hotspur ihrer Spielstätte treu geblieben. Am 37. Spieltag der Spielzeit 2016/17 verabschiedeten sich die Spurs mit einem 2:1-Sieg gegen Manchester United von ihrer legendären Spielstätte
Das Highbury Stadium war das Zuhause des FC Arsenal von 1913 bis 2006. Es war im Londoner Bezirk Islington im Stadtteil Highbury beheimatet, von dem es auch seinen Namen bekommen hat
Das Highbury wurde vom Schotten Archibald Leitch erbaut, der in dieser Zeit der bedeutendste Stadionarchitekt war. Stilistisch lehnte er sich in seinen Neubauten an die damalige Industriearchitektur an, die den englischen Stadien ihr einzigartiges Aussehen verlieh
Insgesamt bot das Stadium 38.500 Zuschauern Platz und war, wie alle englischen Stadien, zuletzt eine reine Sitzplatz-Arena. Seinen Zuschauerrekord stellte das Stadion im Jahr 1935 auf, als 73.295 Besucher dem Spiel FC Arsenal gegen FC Sunderland beiwohnten
Ein spezielles Charakteristikum des Highbury Stadium war seine Spielfläche. Mit lediglich 100 Meter Länge und 67 Meter Breite fiel es für englische Verhältnisse sehr klein aus. Die Saison 2005/2006 war die letzte Saison Arsenals an der alten Wirkungsstätte
Der Boothferry Park war von 1946 bis 2002 die Heimat von Hull City A.F.C. Mit 15.160 Plätzen zählt es zu den kleinsten Stadien in England im Profibereich. Die Rekordkulisse von 55.000 Zuschauern wurde 1949 im FA-Cup gegen Manchester United aufgestellt
Der Roker Park liegt im Bezirk Roker der Stadt Sunderland. Von 1898 bis 1997 trug hier der AFC Sunderland seine Heimspiele aus. 1997 zogen die "Black Cats" dann ins neu errichtete "Stadium of Lights" um
Zuletzt hatte der Roker Park eine Kapazität von 22.500 Plätzen. Sein höchstes Fassungsvermögen hatte das Stadium mit 60.000 Plätzen in den 1930ern. Aus diesen Jahren datiert auch der Zuschauerrekord von 75.118 Besuchern im Spiel des AFC Sunderland gegen Derby County (1933)
Nach der Hillsborough-Katastrophe wurde das Stadion nach Vorgabe der FA auf eben 22.500 Zuschauer verkleinert. Die finanziellen Auswirkungen der Verkleinerung zwangen Sunderland schließlich zu einem Stadionneubau mit größerer Kapazität
Der Ayresome Park war von 1903 bis 1995 die Spielstätte des FC Middlesborough. 1966 war es eines der WM-Stadien und Ort der sensationellen 0:1-Niederlage Italiens gegen Nordkorea. 1997 wurde es abgerissen und durch Wohnanlagen ersetzt
Der Springfield Park war das Stadion von Wigan Athletic. Allerdings wurde es in seiner 102-jährigen Geschichte nur 32 Jahre als Profi-Fußballstadion genutzt. Für Wigan Athletic war der Springfield Park 21 Jahre lang Spielstätte, die restlichen elf Jahre wurde es von Wigan Borough F.C. genutzt
Ansonsten war der Springfield Park Austragungsort von Rugby Spielen, Radveranstaltungen und Pferderennen. Auch Wrestling und Leichtathletik fanden hier ihr Zuhause. 1999 wurde der Springfield Park schließlich abgerissen
Feethams ist als Fußball- und Cricketstadion bekannt geworden und war von 1883 bis 2003 die Heimstätte des Darlington FC. Davor wurde bereits Amateurfußball im Feethams gespielt
Das Stadion hat Platz für 8.500 Zuschauer und war trotz seiner geringen Kapazität sogar Austragungsort eines Länderspiels. Im Jahr 1907 schlug England die Niederlande mit 12:2. Bis heute ist dies die höchste Niederlage, die ein niederländisches Team je hinnehmen musste
Aber all seine Historie konnte auch dieses Stadion nicht retten. Zwar ist Feethams noch nicht abgerissen, aber es bestehen bereits Pläne, nach denen auf diesem Grundstück neue Häuser und Wohnungen errichtet werden sollen
Im Burnden Park trugen die Bolton Wanderers von 1895 bis 1997 ihre Heimspiele aus. In seiner Hochphase fasste das Stadion 70.000 Zuschauer. Allerdings wurde die Größe nach den neuen FA-Regularien immer weiter zurückgebaut
Der Tiefpunkt der Geschichte des Burnden Parks war, das "Bolton Disaster" beim FA-Cup-Spiel Bolton Wanderers gegen Stoke City. Am 9. März 1946 drängten über 20.000 zusätzliche Zuschauer in das ausverkaufte Stadion. Bei der anschließenden Katastrophe fanden 33 Menschen den Tod
Die Maine Road war das Stadion von Manchester City. Von 1923 bis 2003 trugen die Citizens ihre Spiele in dem Stadion an der Moss Side aus. Bei seiner Eröffnung war Maine Road das zweitgrößte Stadion nach Wembley. Daher wurde es auch "The Wembley of the North" genannt
Main Road hält auch den bis heute gültigen Zuschauerrekord im englischen Vereinsfußball. 84.569 Zuschauer verfolgten das FA-Cupspiel gegen Stoke City. Aber auch dieses Stadion wurde mit der Zeit zunehmend zurückgebaut und hatte am Ende nur noch Kapazität für 35.150 Sitzplätzen
Die ersten Pläne für den Stadionbau kamen 1922 auf, da der Hyde Park - die ursprüngliche Spielstätte von ManCity - nicht mehr groß genug war
Alledings kam es zu Kritik von Fanseite am Bauplatz. Die traditionelle Heimat von City ist im Osten Manchesters, das Stadion wurde jedoch im Süden erbaut
Filbert Street war über 100 Jahre die Heimat von Leicester City. Trotz zahlreicher Umbenennungen wurde es von den Fans immer nur nach der Stadionstraße benannt. Es fasste eine Kapazität von 22.000 Plätzen
Zu Beginn der Nutzung von Filbert Street (1891) bestand das Stadion nur aus einer Westtribüne. Erst 1921 kam die größere Gegentribüne hinzu. 1927 wurde dann die Südtribüne, bekannt als "Double Decker", gebaut. Aus dieser Ausbaustufe stammt auch der Zuschauerrekord von 47.298 (1928)
Upton Park war von 1904 bis 2016 die Heimat von West Ham United. Allerdings lautete der offizielle Name des Stadion Boleyn Ground, benannt nach der zweiten Ehefrau von König Heinrich VIII. Das Stadion war ein reines Fußballstadion und hatte Platz für 35.345 Zuschauer
Nach 112 Jahren trug West Ham United im Mai 2016 sein letztes Heimspiel im Upton Park aus. Die Hammers gewannen das Spiel 3:2 gegen Manchester United. Vor dem Abriss des Stadions (2016) wurde im leerstehenden Stadion noch der Film "Final Score" mit Pierce Brosnan gedreht
Das ursprüngliche Wembley Stadion wurde 1923 eröffnet und war mit 82.000 Plätzen das größte Stadion in England. Ursprünglich wurde das Stadion für die British Empire Exhibition - eine Kolonialausstellung - gebaut und kostete 750.000 Pfund
Nach der Ausstellung wurde es hauptsächlich für Fußballspiele genutzt. Legendär wurde das Stadion bei der Weltmeisterschaft 1966, als im Finale das berühmte Wembley-Tor fiel und England gegen Deutschland seinen bisher einzigen WM-Titel gewann
Die Doppeltürme waren das architektonische Wahrzeichen des Wembley Stadions, weshalb es oft auch nur als "The Twin Towers" bezeichnet wurde. Dies war aber nur einer von vielen Spitznamen. International war es auch als "Kathedrale" oder "Herz des Fußballs" bekannt
Offiziell wurde das Stadion 2000 geschlossen. Danach fanden keinerlei Veranstaltungen mehr im Wembley statt. Der Abriss erfolgte allerdings erst 2003. Vor allem der Abriss der weltbekannten Zwillingstürme sorgte dabei für massive Proteste. Heute steht das neue Wembley Stadion an der Stelle, das mit 90.000 Plätzen noch größer ist als der Vorgänger
Highbury, Wembley und Co.: Legendäre Stadien in England
England ist das Mutterland des modernen Fußballs. Dementsprechend stehen auf der Insel auch zahlreiche Stadien, die einen schon fast legendären Ruf haben. Allerdings macht die Modernen auch vor diesen historischen Spielstätten nicht Halt
@SPORT1-Grafik: Getty Images/ Picture Alliance/ Imago