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Abgestürzte Traditionsvereine der deutschen Sport-Geschichte

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Es ist passiert: Der VfL Gummersbach steigt in die zweite Liga ab - zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte. Das 25:25 gegen Bietigheim ist nicht genug. Das stetige Absinken der zurückliegenden Jahre mündet nun in den bisherigen Tiefpunkt der im Jahr 1923 gegründeten Handball-Abteilung
Trainer Torge Greve sowie Spieler und Fans müssen nun akzeptieren, dass auch das letzte verbliebene Gründungsmitglied der Handball-Bundesliga den schweren Gang in die Zweitklassigkeit antritt. Vorbei die Zeiten, in denen Heiner Brand und Co. in den 70er und 80er Jahren Deutschland und Europa dominierten
Der VfL ist jedoch nicht der erste deutsche Traditionsverein, der auf dem Weg ist, in die sportliche Bedeutungslosigkeit zu versinken. SPORT1 zeigt weitere Beispiele abgestürzter Vereine. Schuld, wie so oft: Das nötige Kleingeld
HANDBALL - HSV HAMBURG: Bei der Handball-Abteilung des HSV waren es keine sportlichen, sondern finanzielle Gründe, die zum Niedergang führten. Am 20. Januar 2016 entzog die Lizenzierungskommission der HBL dem Verein nachträglich die Lizenz für die Saison 2015/16
Die Kooperation mit der Fußball-Abteilung des HSV wurde daraufhin gekündigt, das Verwenden des Logos und die Abkürzung wurden dem Handball-Verein untersagt. Mittlerweile spielt der Verein wieder in der zweiten Liga - die Rückkehr nach ganz oben scheint nur eine Frage der Zeit
TV GROSSWALLSTADT: Ein ähnliches Schicksal ereilte den TV. Am Ende der Saison 2012/13 stieg der Verein nach 44 Jahren Bundesligazugehörigkeit in die 2. Bundesliga ab. Auch hier waren finanzielle Gründe ausschlaggebend
Im Jahr 1980 schrieb der Verein Geschichte: Mit der Deutschen Meisterschaft, dem deutschen Pokal, dem Europapokal der Landesmeister und dem Supercup wurden alle möglichen Titel eingefahren
HC LEIPZIG: Der HC gehört zu den erfolg- und traditionsreichsten Frauen-Handball-Klubs in Deutschland. Er gewann sechs Meisterschaften nach der Wiedervereinigung und 23 insgesamt. Damit ist Leipzig deutscher Rekordmeister. Wegen einer Verschuldung in Höhe von 1,3 Millionen Euro folgte 2017 allerdings der Zwangsabstieg in die 3. Liga. Inzwischen ist das Team wieder in Liga zwei angekommen
TV LÜTZELLINDEN: Der TV wurde siebenmal deutscher Meister der Frauen, fünfmal Pokalsieger sowie 1991 sogar Europapokalsieger der Landesmeister. 2004 kam jedoch der große Knall: Lützellinden wurde wegen wirtschaftlicher Probleme die Bundesliga-Lizenz entzogen. Es ging runter in die 3. Liga, wo zwar der Aufstieg in Liga zwei gelang, aber aufgrund neuerlicher Finanzprobleme keine Spielgenehmigung erteilt wurde. 2006 löste sich der Verein auf
BASKETBALL - BAYER GIANTS LEVERKUSEN: Die erfolgreichste Zeit erlebte der Konzern-Sprössling zu Beginn der 90er Jahre - ganze sieben Meisterschaften in Serie konnten unter dem Namen TSV Bayer 04 Leverkusen damals eingefahren werden
Am 21. Mai 2007 verkündete der Hauptsponsor der Giants, die Bayer AG, dass man sich aus dem Engagement im Profi-Basketball nach 40 Jahren zurückziehen wolle
Der Anfang vom Ende für die "Riesen vom Rhein". Zwar gelang es noch die Mannschaft ein paar Jahre durch verschiedene Investments und Fan-Aktionen in der ersten Liga zu halten. 2008 wurde dann jedoch der Umzug nach Düsseldorf bekannt gegeben, gleichbedeutend mit dem Neuanfang in der Regionalliga. Mittlerweile spielt der Verein in der Pro A
USC HEIDELBERG: Der USC war in den 1950er-Jahren die führende Basketball-Mannschaft in der BRD. In dieser Zeit gelangen drei Meisterschaften, in den Jahrzehnten darauf (bis in die 70er) sechs weitere. 1980 stieg Heidelberg aus der Bundesliga ab. Nach zweifachem Aufstieg und Wiederabstieg verblieb man in der 2. Liga - bis heute
EISHOCKEY - KASSEL HUSKIES: Die größten Erfolge feierte der Klub im Jahre 1997 als deutscher Vizemeister und 2004 als deutscher Vizepokalsieger. Insgesamt fünf Insolvenzen mussten die Huskies durchstehen, ehe in der Oberliga Hessen der Neustart gewagt wurde
Seitdem müssen die Eishockey-begeisterten Fans in Kassel auf den ganz großen Glanz verzichten. Immerhin spielt der Klub mittlerweile wieder auf professionellem Level in der DEL2, in der 2016 sogar die Meisterschaft eingefahren werden konnte
HANNOVER SCORPIONS: Den größten Erfolg der Vereinsgeschichte erreichten die Scorpions 1996 mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft. 2013 wurde die Scorpions-GmbH einschließlich der DEL-Lizenz an die Schwenninger Wild Wings verkauft. Der Name Hannover Scorpions wurde 2013 von einem Nachfolgeklub übernommen, der seitdem in der Oberliga Nord spielt
SC RIESSERSEE: Der SC ist Gründungsmitglied der Ober- und Bundesliga und errang zwischen 1927 und 1981 zehn deutsche Meisterschaften im Eishockey. 1987 stieg man jedoch in die 2. Bundesliga ab. Bald darauf wurde Konkurs angemeldet. Seitdem ist Riessersee in verschiedenen Ligen vertreten, dieser Tage in der Oberliga Süd
FUSSBALL - DYNAMO DRESDEN: Acht DDR-Meisterschaften sowie sieben DDR-Pokalsiege machten Dynamo zu einem der erfolgreichsten Ost-Vereine. Auch international war der Verein in 98 UEFA-Pokal-Spielen vertreten. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands spielte die Mannschaft von 1991 bis 1995 in der Bundesliga
Dann folgte jedoch die Lizenzverweigerung und Dynamo musste in die Regionalliga zwangsabsteigen. Seitdem pendelt der Klub zwischen zweiter und dritter Liga, die Fan-Base gilt jedoch immer noch als eine der lebendigsten in ganz Deutschland
1860 MÜNCHEN: Die ganz großen Zeiten, als der TSV Deutscher Meister wurde (1966), erlebte Kult-Coach Werner Lorant zwar nicht, unter seiner Führung war der Verein jedoch ein immerhin ernst zu nehmender Derby-Gegner für den FC Bayern. Seit 2011 hält der jordanische Investor Hasan Ismaik den Großteil der Aktien und verfügt so über die Geschicke des Vereins
Statt gegen den FC Bayern oder Borussia Dortmund spielt 1860 aktuell gegen Sonnenhof Großaspach in der Dritten Liga. Zwischenzeitlich musste der Verein sogar in der Regionalliga Bayern antreten
HANSA ROSTOCK: Martin Pieckenhagen kennen viele wohl noch aus seiner aktiven Zeit, als Hansa jahrelang Mitglied der ersten Bundesliga war. Heute gehört er dem Vorstand des aktuellen Drittligisten an
2010 sowie 2012 stiegen die Hanseaten in die Drittklassigkeit ab. Zuvor spielte man immerhin zwölf Jahre im deutschen Oberhaus und ist dahingehend der erfolgreichste Klub aus den neuen Bundesländern
ROT-WEISS ESSEN: Die großen Erfolge des Vereins liegen schon ein paar Jahre zurück und dürften nur den wenigstens Fans noch in Erinnerung sein. 1955 wurde man zum ersten und einzigen Mal Deutscher Meister, zwei Jahre zuvor wurde der DFB-Pokal gewonnen
Im Jahr 2005 gelang noch einmal das Comeback in den Profifußball mit dem Aufstieg in die Zweite Liga. Außer im DFB-Pokal wartet man jedoch seitdem auf echte Leckerbissen, der Verein spielt zur Zeit in der Regionalliga West
HAMBURGER SV: Ein weiterer Verein aus der Hansestadt und das wohl prominenteste und aktuellste Beispiel für einen abgestürzten Traditionsverein. Der "Dino" verlor seinen Spitznamen in der Spielzeit 2017/18, als nach 55 Jahren der Bundesliga-Abstieg feststand
Nachdem man den direkten Wiederaufstieg am letzten Spieltag verpasste, steht mindestens ein weiteres Jahr Zweite Liga an. Nun soll Dieter Hecking den Verein wieder dorthin zurückführen, wo er sich selbst sieht: mindestens in die Bundesliga
TISCHTENNIS - TTC FRICKENHAUSEN: Der TTC gewann 2006 und 2007 die Meisterschaft in der Tischtennis-Bundesliga. 2010 ging es erstmals runter in die 2. Bundesliga. Es folgte der direkte Wiederaufstieg. 2015 zog man sich aus finanziellen Gründen aus der Bundesliga zurück. 2018 beschloss Frickenhausen, sich komplett aus dem Profisport zurückzuziehen. Seitdem spielt man in der Kreisliga A
Abgestürzte Traditionsvereine der deutschen Sport-Geschichte
Es ist passiert: Der VfL Gummersbach steigt in die zweite Liga ab - zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte. Das 25:25 gegen Bietigheim ist nicht genug. Das stetige Absinken der zurückliegenden Jahre mündet nun in den bisherigen Tiefpunkt der im Jahr 1923 gegründeten Handball-Abteilung
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