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Steffi Graf - ihre Karriere und Rekorde im Tennis

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Während ihrer Karriere hat sich Steffi Graf nicht nur in Deutschland einen Namen gemacht, sondern ist weltweit eine der bekanntesten Sportlerinnen der Geschichte. Mit ihren 22 Erfolgen bei Grand Slams ist sie die dritterfolgreichste Tennisspielerin aller Zeiten. Zahlreiche andere Rekorde hält sie bis heute
Am 17. August 1987 übernahm Graf nach ihrem Finalsieg in Manhattan Beach gegen Chris Evert erstmals die Führung in der Weltrangliste. 32 Jahre danach lässt SPORT1 noch einmal ihre Karriere und Rekorde Revue passieren
IHRE KARRIERE: Bereits von frühester Kindheit an wurde Steffi Graf von ihrem Vater Peter auf eine Tenniskarriere vorbereitet. Erste Erfolge ließen nicht lange auf sich warten, weshalb sich auch zunehmend die Medien auf das "Wunderkind" konzentrierten
Nach einigen internationalen Achtungserfolgen gewann sie als 15-Jährige die Schauveranstaltung im Rahmen der Olympischen Spiele 1984 in Los Angeles. Die zweifache Wimbledon-Siegerin Kathleen McKane Godfree äußerte danach, dass Graf in zwei Jahren nur noch schwer zu schlagen sei
Bereits im Jahr darauf erreichte sie sowohl in Paris als auch in Wimbledon das Achtelfinale. Zwar konnte sie in diesem Jahr kein einziges Turnier gewinnen, aber durch ihre konstant guten Leistungen schloss sie das Jahr 1985 bereits als Weltranglistensechste ab
Der Höhepunkt des Jahres war der Halbfinaleinzug bei den US Open. Zwar unterlag sie dort Martina Navratilova in zwei Sätzen, aber die mit Chris Evert zu dieser Zeit beste Spielerin der Welt war von Graf beeindruckt und bescheinigte ihr eine glänzende Zukunft
Diese Vorhersage sollte sich auch bald bewahrheiten. 1987 holte sich Graf als bis dato jüngste Siegerin den Titel bei den French Open - eben gegen Martina Navratilova. Dazu legte sie mit sieben Turniersiegen und 45 siegreichen Matches in Folge einen beeindruckenden Saisonstart hin
Insgesamt beendete sie das Jahr mit schier unglaublichen 75 Siegen und lediglich zwei Niederlagen - folgerichtig übernahm sie am 17. August mit einem Sieg über Chris Evert die Führung in der Weltrangliste und sollte diese über 186 Wochen verteidigen
GOLDEN SLAM 1988: Das vergangene Jahr war mit 14 Turniersiegen schon sensationell, aber ihren Karrierehöhepunkt erlebte Graf 1988. Als erst dritte Spielerin überhaupt schaffte sie den Grand Slam. Dazu gewann sie auch noch Gold bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul und erfand damit den Golden Slam
Mit diesem Erfolg erreichte die 19-Jährige endgültig den Status als internationaler Superstar und wurde zum zweiten Mal nach 1987 zur Weltsportlerin des Jahres gewählt
Diese Dominanz konnte sie bis Anfang 1990 aufrechterhalten. In dieser Phase gewann sie acht von neun Grand Slam-Turnieren. Seit dem Finale der French Open 1989 hatte sie kein Spiel mehr verloren und Experten rechneten schon, wann sie den Weltrekord von Navratilova (74 Siege in Folge) brechen würde
ERSTE RÜCKSCHLÄGE: Doch ausgerechnet in dieser Zeit geriet ihr Vater zum ersten Mal in die Schlagzeilen der Boulevardpresse. Mit einem Nacktmodell soll er eine Affäre gehabt und ein Kind gezeugt haben
Dazu betrat mit Monica Seles eine Kontrahentin die Bühne, die Graf Paroli bieten konnte. Bei den German Open in Berlin beendete die damals 16-Jährige Grafs Serie nach 66 Siegen in Folge. 1991 musste sie sogar die Weltranglistenführung an Seles abgeben
1993 DAS COMEBACK: Aber 1993 kam die Deutsche zurück. Mit ihren Triumphen in Paris, Wimbledon und New York eroberte sie die Nummer eins der Welt zurück. Zwar war der Erfolg von dem Attentat auf Seles überschattet, doch hatte Graf bereits in den fünf Matches gegen die Weltranglistenerste Seles drei Mal triumphiert
In den folgenden Jahren konnte Graf nochmal an ihre erste Phase der Dominanz anknüpfen, allerdings zeigten sich mittlerweile auch immer mehr körperliche Verschleißerscheinungen
VERLETZUNGEN UND STEUERAFFÄRE: 1997 konnte sie verletzungsbedingt gerade einmal 19 Partien bestreiten. Im Juni verletzte sie sich am Knie, was sie zu einer zwölfmonatigen Pause zwang. In dieser Zeit holte sich die junge Martina Hingis die Führung in der Weltrangliste
In dieser Phase machte ihr Vater auch wieder mit Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam. Gegen ihn und seine Tochter wurden Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung begonnen. Doch die Ermittlungen gegen Steffi Graf wurden schnell wieder eingestellt, da ihr keine Beteiligung nachgewiesen werden konnte
DER LETZTE TRIUMPH 1999: Nachdem Graf am 8. Juni 1998 erstmals seit 1983 nicht mehr in der Weltrangliste geführt wurde, hatten sie die Experten schon abgeschrieben. Aber bei den French Open feierte sie nochmal ein großes Comeback und holte im Finale gegen Martina Hingis ihren 22. und letzten Grand-Slam-Titel
Dabei sah Hingis schon wie die sichere Siegerin aus. Im zweiten Satz fehlten ihr nur noch drei Punkte zum Sieg. Aber Graf drehte das Match und bezeichnete den Sieg danach als "den schönsten meiner Karriere"
Am 13. August 1999 erklärte sie nach einer verletzungsbedingten Aufgabe gegen Amy Frazier im Alter von 30 Jahren ihren sofortigen Rücktritt vom Profitennis
IHR SPIELSTIL: Steffi Graf beherrschte das Grundlinienspiel wie kaum eine Zweite. Mit ihrer schnellen Beinarbeit erlief sie fast jeden Ball und konnte mit ihren Schlägen jede Gegnerin unter Druck setzen
Vor allem ihre krachende Vorhand war eine echte Waffe in ihrem Spiel. Ihrem Paradeschlag hatte sie auch ihren Spitznamen "Fräulein Forehand" zu verdanken
Aber im Gegensatz zu anderen Spielerinnen durfte man Steffi Graf nicht nur auf einen Schlag reduzieren. Die meisten ihrer Kontrahentinnen versuchten ihrer Vorhand aus dem Weg zu gehen, in dem sie sie auf der Rückhand bedienten. Aber auch ihr Rückhand-Slice war einzigartig auf der Tour
IHRE REKORDE: Im Laufe ihrer beeindruckenden Karriere hat Steffi Graf einige Bestleistungen aufgestellt. So ist sie die Spielerin, die mit 377 Wochen am längsten die Nummer eins der Welt war und am häufigsten das Jahr an der Spitze der Weltrangliste abschloss (acht Mal)
Sie ist die einzige Spielerin, die mindestens vier Mal bei jedem Grand-Slam-Turnier triumphieren konnte. Dazu konnte sie jeden Grand-Slam-Titel mindestens ein Mal erfolgreich verteidigen - auch das ist bisher eine einzigartige Leistung
Ihre beste Serie bei Grand Slams umfasst 13 Finalteilnahmen in Folge. Dazu hat sie mit  89,7% die beste Siegquote bei Grand Slams in der Open Era
Ihr 6:0, 6:0 gegen Natasha Zvereva im Finale der French Open 1988 ist der schnellste Finalsieg in der Grand-Slam-Geschichte (32 Minuten). Außerdem ist sie die einzige Spielerin neben Dorothea Lambert Chambers (1911 Wimbledon), die ein Grand-Slam-Finale zu Null gewinnen konnte
NACH DER KARRIERE: Im Gegensatz zu anderen ehemaligen Topstars ist Grafs Privatleben seit ihrem Karriereende komplett skandalfrei. Seit dem 22. Oktober 2001 ist sie mit Andre Agassi verheiratet. Zusammen haben sie einen Sohn und eine Tochter
Neben gelegentlichen Tennisauftritten ist Steffi Graf heute vor allem als Geschäftsfrau tätig. Sie hat die Mrs. Sporty GmbH mitbegründet und eine eigene Mode-Kollektion. Dazu kümmert sie sich mit ihrer Stiftung "Children for Tomorrow" um traumatisierte Kinder
Steffi Graf - ihre Karriere und Rekorde im Tennis
Während ihrer Karriere hat sich Steffi Graf nicht nur in Deutschland einen Namen gemacht, sondern ist weltweit eine der bekanntesten Sportlerinnen der Geschichte. Mit ihren 22 Erfolgen bei Grand Slams ist sie die dritterfolgreichste Tennisspielerin aller Zeiten. Zahlreiche andere Rekorde hält sie bis heute
@Getty Images