Galerien>

Tour de France 2018: Die Favoriten um Froome im Check

1 / 31
Am Samstag startet die Tour de France 2018. Der Kampf um das Gelbe, Grüne und gepunktete Trikot beginnt. Wer holt sich den Gesamtsieg, wer wird der beste Sprinter und wer kommt am besten durch die Berge? SPORT1 stellt die Favoriten auf die jeweiligen Trikots vor
GELBES TRIKOT - CHRISTOPHER FROOME (33/ Team Sky): DER Topfavorit schlechthin. Gewann die Tour bereits vier Mal (2013, 2015, 2016, 2017). Mit seinem fünften Sieg kann er bei der Tour Geschichte schreiben und zum Rekordgewinner-Quartett Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault und Miguel Indurain aufschließen
Dabei war sein Start in diesem Jahr bis zuletzt unsicher. Am Wochenende wurde die bevorstehende Ausladung Froomes durch Veranstalter ASO von der Tour bekannt. Mittlerweile erklärte der Weltverband UCI Froome für unschuldig, aus dieser Sicht steht also einem Tourstart nichts mehr im Weg. Hat allerdings den harten Giro in den Beinen
NAIRO QUINTANA (28/Movistar): Im letzten Jahr landete der kleine Kolumbianer auf einem enttäuschenden 12. Platz. Das soll in diesem Jahr besser werden. Die große Frage beim zweimaligen Tour-Zweiten ist allerdings, ob seine Fähigkeiten am Berg ausreichen, um die Mängel im Zeitfahren auszugleichen
Für den Traum vom Tour-Sieg verzichtete der 28-Jährige extra auf einen Giro-Start im Mai. Stattdessen gab es eine starke Generalprobe mit Platz drei bei der Tour de Suisse
ROMAIN BARDET (27/AG2R): Zuletzt triumphierte 1985 ein Franzose bei der Tour. Seitdem gehört es zur Tricolore-Folklore, jedes Jahr auf einen Triumphator aus dem gelobten Velo-Land zu hoffen und stets bitter enttäuscht zu werden
2018 trägt erneut Bardet die Hoffnungen der Grande Nation auf seinen schmalen Schultern: Der Zweite von 2016 muss in den Bergen in Vorleistung treten, um seine Schwächen im Zeitfahren wettzumachen - 2017 warf er im Kampf gegen die Uhr am vorletzten Tag fast noch das Podest weg
RIGOBERTO URAN (31/EF Education First Drapac): Trotz zwei zweiten Plätzen beim Giro d'Italia und Olympia-Silber in Rio fuhr der Kolumbianer lange unter dem Radar - bis er sich bei der Tour 2017 nur um 54 Sekunden Gesamtsieger Froome geschlagen geben musste
Uran hat keine Schwächen, ist frisch (seit Ende April bestritt er nur die Slowenien-Rundfahrt) und im besten Rundfahrer-Alter - es könnte seine große Tour werden
RICHIE PORTE (33/BMC Racing): Jahrelang hielt der Australier als Edelhelfer bei Sky für seine Kapitäne die Knochen hin, führte Bradley Wiggins (2012) und Chris Froome (2013, 2015) zu drei Tour-Siegen
Die Tour 2017 sollte dann die seine werden, doch auf der neunten Etappe brach er sich bei einem schlimmen Sturz das Becken. Nun der nächste Angriff, und den fährt er in Topform: Bei der Tour de Suisse siegte er souverän
GRÜNES TRIKOT - MICHAEL MATTHEWS (27/Team Sunweb): Gewann im vergangenen Jahr das Trikot des besten Sprinters. Der Australier kann auch bei mittelschweren Etappen in der Spitzengruppe bleiben und dann zuschlagen. So geschehen bei der Tour 2017, als er die Tagesstücke 14 und 16 gewann
Der Nachfolger von John Degenkolb in der deutschen Sunweb-Mannschaft, ist dabei eher der Sagan- als der Kittel/Greipel-Typ
PETER SAGAN (28/Bora-hansgrohe): Fünf Mal in Serie gewann der Slowake das "Maillot vert". Im letzten Jahr wurde er nach einem schweren Sturz von Mark Cavendish von der Tour-Jury nach dem vierten Tag ausgeschlossen
Wenn nicht wieder etwas Ungeheuerliches passiert, ist der beste Allrounder des Radsports auf dem Weg zum sechsten Grünen Trikot aber kaum aufzuhalten - kein anderer Sprinter kommt derart lässig über die dicken Anstiege und sammelt dort noch kräftig Punkte ein
MARCEL KITTEL (30/Katusha-Alpecin): Nach Sagans Aus war der Sprint-Hüne aus Arnstadt im Vorjahr einer der großen Favoriten auf Grün, zumal er in der Form seines Lebens fuhr und fünf der ersten elf Etappen gewann. Kittel trug das Grüne Trikot bis in die letzte Tour-Woche, musste dann aber nach einem Sturz auf der 17. Etappe verletzt aufgeben
Die Aussichten für 2018? Im Sprint royal, dem Massenspurt um den Sieg bei einer Flachetappe, ist der Thüringer in Topform kaum zu schlagen - doch die hatte Kittel in dieser Saison quasi nie. Und weil er seinen kräftigen Körper nur mit Mühe durch das Hochgebirge wuchtet, kann er wohl nur im Falle eines erneuten Sagan-Malheurs bis Paris um Grün kämpfen
ANDRE GREIPEL (35/Lotto-Soudal): Für den zweiten deutschen Topsprinter gilt das Gleiche wie für Kittel. Etappensiege, von denen er schon elf bei der Tour hat, Sind drin...
Grünes Trikot in der ersten Woche? Auch möglich. Grün in Paris? Gibt es nur, wenn bei Sagan und Co. etwas dazwischen kommt
FERNANDO GAVIRIA (23/Quick-Step Floors): Gaviria, der sein Tour-Debüt bestreitet, gewann bereits im Vorjahr vier Giro-Etappen. Zählt mit dem Niederländer Dylan Groenewegen zu den jungen Wilden im Sprintzirkus
DYLAN GROENEWEGEN (25/LottoNL-Jumbo): Der 25-Jährige ist schon einen Schritt weiter als Gaviria: Bei der Tour 2017 schnappte er Greipel den finalen Sieg auf den Champs-Elysees vor der Nase weg. Für das Trikot des besten Sprinters sind beide aber wohl noch zu grün
GEPUNKTETES TRIKOT - WARREN BARGUIL (26/Fortuneo-Samsic): Trumpfte 2017 in den Bergen groß auf: Von der neunten Etappe an trug er das gepunktete Trikot mit riesigem Vorsprung bis nach Paris, gewann zwei Bergetappen, darunter die spektakuläre Gipfelankunft auf dem Izoard
Nach seinem Wechsel von Team Sunweb ist der Bretone Kapitän des kleinen französischen Fortuneo-Teams. Aufgrund seiner Zeitfahrschwäche fällt Barguil für den Kampf um Gelb aus, die erneute Krönung zum Bergkönig ist somit das große Ziel
RAFAL MAJKA (28/Bora-hansgrohe): Bei Tinkoff war Majka bis 2016 kein Mann für das Gesamtklassement, sondern ein Hochgebirgs-Helfer von Alberto Contador, der regelmäßig freie Fahrt bekam. In dieser Zeit feierte der Pole zwei mal den Gewinn des Bergtrikots (2014 und 2016)
Beim deutschen Team Bora-hansgrohe sollte Majka im Vorjahr das Gesamtpodest anpeilen, nach einem heftigen Sturz war die Tour für ihn aber noch vor der Halbzeit vorbei. In den Kampf um Gelb wird er diesmal wohl nicht eingreifen können, also könnte der Flirt mit dem "Polka Dot Jersey" wieder aufflammen
THOMAS DE GENDT (30/Lotto-Soudal): Der Belgier gehört nicht unbedingt zur allerersten Sahne der Bergspezialisten. Da das Greipel-Team Lotto-Soudal aber keinen echten Klassementfahrer in seinen Reihen hat, darf sich De Gendt wohl wieder nach Lust und Laune im Hochgebirge austoben
2016 war er Zweiter der Bergwertung, 2017 Dritter. Sein Vorteil: Keiner der Gesamtfavoriten wird De Gendt im Gebirge ernsthaft nachsteigen
PRIMOZ ROGLIC (28/LottoNL-Jumbo): Bergab war Roglic bereits Weltmeister - 2007 mit Sloweniens Nachwuchs-Skispringern. In seiner zweiten Karriere als Radprofi wird er in der Gegenrichtung immer stärker. Bei seinem Tour-Debüt 2017 war er bereits Zweiter in der Bergwertung
In der laufenden Saison gewann Roglic in Serie Baskenland-Rundfahrt, Tour de Romandie und Slowenien-Rundfahrt. Der Quereinsteiger wird in den kommenden Jahren um den Tour-Sieg kämpfen, schon jetzt ist er ein heißer Anwärter auf den Bergthron
DANIEL MARTIN (31/UAE Team Emirates): Der spindeldürre Ire war in seinen zwei Jahren bei Quick-Step Floors stets einen winzigen Schritt davon entfernt, ein absoluter Top-Rundfahrer zu werden
Nach Platz neun (2016) und sechs (2017) bei der Tour will Martin bei seinem neuen Team nun ein Anwärter auf Gelb werden. Wahrscheinlicher aber ist, dass ihm dazu weiterhin ein Tick fehlt - das Bergtrikot könnte somit zur ersten Option werden
Tour de France 2018: Die Favoriten um Froome im Check
Am Samstag startet die Tour de France 2018. Der Kampf um das Gelbe, Grüne und gepunktete Trikot beginnt. Wer holt sich den Gesamtsieg, wer wird der beste Sprinter und wer kommt am besten durch die Berge? SPORT1 stellt die Favoriten auf die jeweiligen Trikots vor
@SPORT1-Grafik: Paul Hänel/Getty Images/Imago