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Tour de France: Eddy Merckx - der Kannibale des Radsports

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Die Tour 2019 startete 50 Jahre nachdem die Triumph des legendären Eddie Merckx in bBrüssel. Der Belgier hat im Radsport alles gewonnen, was es zu gewinnen gab. Sein Hunger nach Siegen war grenzenlos, wofür er sich auch einen ganz besonderen Spitznamen verdiente. SPORT1 stellt den erfolgreichsten Radprofi aller Zeiten vor
Merckx wächst in Woluwe-Saint-Pierre auf. Seine Eltern führen einen kleinen Lebensmittelladen, die Familie wohnt direkt darüber. Im Ort wurde der kleine Eddy "Tour de France" genannt - dass er einmal zur größten Legende im Radsport werden würde, ahnte damals noch keiner
Eigentlich soll er auch gar nicht Radrennfahrer werden. Beim Fußball oder Basketball sehen die Eltern ihren Freddy. Also trainiert der Ausnahmesportler heimlich auf dem Rennrad seines Onkels
Mit gerade einmal 19 Jahren schreibt der Belgier bereits Geschichte: Er ist der jüngste Fahrer, der die Straßen-Weltmeisterschaft der Radamateure gewinnt. Wirklich glücklich ist er über seinen Titel nicht, ist er doch der Meinung, dass aus den Gewinnern der Amateurtitel später nur Mitläufer und keine Champions werden. Das ist schon in jungen Jahren nicht sein Ding
1965 folgt der Wechsel zu den Profis - der Beginn einer beispiellosen Karriere. Den ersten Triumph bei der Tour de France sichert sich Merckx 1969. Bereits nach der sechsten Etappe übernimmt er die Führung und gibt diese bis zum Schluss nicht mehr her. Aber damit nicht genug: Neben dem Gesamtsieg holt er sich sieben Etappensiege und gewinnt mit einem Vorsprung von fast 18 Minuten
Zudem gewinnt er als einziger Fahrer der Geschichte gleichzeitig die Bergwertung und das grüne Trikot des Siegers in der Punktewertung. Damit hat der Belgier bereits mit 24 Jahren Siege bei fast allen wichtigen Radrennen auf dem Konto
Merckx gönnt seinen Konkurrenten keinen noch so kleinen Erfolg und fährt immer am Limit. Deshalb erhält er bald den Spitznamen der "Kannibale". Mit seinen Dauerattacken kann der Weltmeister seine Gegner zerstören - aber auch sich selbst
Den Giro d'Italia fährt er 1968 mit einer lebensbedrohlichen Herzerkrankung zu Ende. Natürlich als Sieger. "Ich gewinne, weil ich mich am meisten quälen kann", erklärt Merckx sein Erfolgsrezept
Merckx ist aber kein Heiliger. Drei positive Tests begleiten seine Karriere. 1969 wird er unter ungeklärten Umständen vom Giro ausgeschlossen. Er beteuert seine Unschuld, das Gerücht, fanatische Italiener hätten ihm etwas untergeschoben, um ihrem Landsmann Felice Gimondi zum Sieg zu verhelfen - was auch passierte -, hält sich
Kurz darauf wird seine Sperre aufgrhoben. Ein Laborprodukt ist seine sportliche Extraklasse sicherlich nicht. Die Mittel, die zu dieser Zeit als Doping gelten, taugen kaum zur Steigerung der Leistung. Drogen wie während der Ära von Lance Armstrong gibt es damals noch nicht
Erst 1975 beginnt Merckx Stern zu sinken. In Frankreich war er nie der Beliebteste, im gelben Trikot wird er kurz vor Ende der 14. Etappe von einem Zuschauer in den Magen geschlagen. Merckx kämpft sich durch, aber büßt Vorsprung auf den Franzosen Bernard Thévenet (l.) ein. Unter Schmerzmitteln verliert er einen Tag später gelb und sollte es nie wieder tragen
Drei Jahre später verabschiedet sich die  Legende aus dem Radsport. Unspektakulär und ohne große Abschiedsszenen. Aber in seine Fußstapfen konnte bislang kaum einer treten. Gemeinsam mit Jacques Anquetil, Bernard Hinault und Miguel Indurain ist er immer noch Rekordsieger der Tour
Die Organisation ehrt ihn 2019 mit dem Tour-Start in Brüssel. In Belgien ist der heute 75-jährige Merckx noch immer ein Volksheld - auch für die königliche Familie
Tour de France: Eddy Merckx - der Kannibale des Radsports
Die Tour 2019 startete 50 Jahre nachdem die Triumph des legendären Eddie Merckx in bBrüssel. Der Belgier hat im Radsport alles gewonnen, was es zu gewinnen gab. Sein Hunger nach Siegen war grenzenlos, wofür er sich auch einen ganz besonderen Spitznamen verdiente. SPORT1 stellt den erfolgreichsten Radprofi aller Zeiten vor
@Getty Images