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US-Sport

Der US-Sport umfasst eigentlich alle Sportarten, die ihren Ursprung auf dem (nord-)amerikanischen Festland haben. Doch wer auch immer den Begriff "US-Sport" in den Mund nimmt, meint im Normalfall genau die großen vier Sportarten der USA: Baseball, American Football, Basketball und natürlich Eishockey.

Vor allem vor dem zweiten Weltkrieg, als sich die Begeisterung vieler Europäer über den amerikanischen Sport noch in Grenzen hielt, blieb der US-Sport vor allem ein kontintentales Phänomen.

Doch seitdem steigt die Anzahl der US-Fans auch außerhalb des amerikanischen Kontinents stetig an. Vor allem mit dem rasanten Aufstieg der Social-Media-Plattformen in der letzten Dekade bemühen sich auch die Ligen NFL (American Football), NBA (Basketball), MLB (Baseball) und NHL (Eishockey) selbst, über diese Plattformen neue Fans in "neuen Märkten" zu erschließen.

So wird das Thema US-Sport auch in Deutschland und vor allem in den deutschen Medien immer gefragter. SPORT1 geht hier mit dem hauseigenen TV-Sender SPORT1 US mit dem Trend der Zeit und zeigt neben vielen Live-Events auch Highlights aus der Welt des US-Sports, auch aus dem Bereich College-Sport.

Besonderheiten des US-Sports

Der US-Sport ist von seinem ganzen Aufbau etwas anders organisiert als europäische Sportarten wie Fußball, Handball, oder gar der europäische Basketball. So existiert ein spezielles Draft-System, ein "Salary Cap" und Auf-und Abstiege sind ausgeschlossen.

SPORT1 erklärt die wichtigsten Besonderheiten:

Feste Franchises

Alle amerikanischen Ligen bestehen aus einer festen Anzahl an "Franchises", wie die Vereine und deren Organisation in Übersee genannt werden. So sind in der NBA, MLB und NHL jeweils 30 Franchises in zwei Conferences im Einsatz, in der NFL sind es sogar deren 32.

Das Erstaunliche dabei aus europäischer Sicht: Keines dieser Teams läuft am Ende des Jahres Gefahr, den Gang in eine unterklassige Liga antreten zu müssen. Denn ein klassisches Auf- und Abstiegssystem existiert in diesem Sinne nicht.

Alle 30 bzw. 32 Teams verbleiben nach Verlauf der Saison in der Liga, über eine Aufstockung der Ligateams kann nur die Liga selbst entscheiden. Häufig kommt es daher vor, dass Franchises einfach aus einer Stadt in eine andere umziehen – so zuletzt gesehen bei den Los Angeles Rams (ehemals: St. Louis Rams) oder den Los Angeles Chargers (ehemals: San Diego Chargers) in der NFL.

Das Draft-System

Die Ligen im US-Sport gelten als die ausgeglichesten auf der ganzen Welt. Ein Grund dafür ist das sogenannte Draft-System.

Zu Beginn einer jeden neuen Saison bekommen die Teams im Draft die Chance, die begehrtesten Jugendspieler aus dem College-Sport in ihr Team zu holen. Je nach Abschneiden im Vorjahr darf sich dabei das schlechteste Team als erstes an den Jugendspielern bedienen, während der Meister als Letztes zum Zug kommt.

In mehreren Runden gehen so die besten Jugendspieler jedes Jahr in unterschiedliche Teams. So wird die Ausgeglichenheit im US-Sport gewahrt.

Der Salary Cap

Der zweite Grund für viele verschiedene Sieger in wenigen Jahren ist der "Salary Cap". Etwas verkürzt gesagt, stellt diese Summe den Maximalbetrag dar, den die Teams in einer Saison für ihre Spielergehälter aufwenden dürfen.

Monstergehälter, wie sie unlängst China oder auch die englische Premier League im europäischen Fußball zahlt, sind somit in Amerika nicht vorstellbar, da auch der Rest des Kaders mit fixen Summen bezahlt werden muss.

Somit wird verhindert, dass finanzstärkere Team die ganze Liga "aufkaufen". Der Wettbewerb wird ausgeglichen gehalten.

In der NFL und der NHL existieren derzeit absolute Obergrenzen, die unter keinen Umständen überschritten werden dürfen, sogenannte "hard caps". In der NBA dagegen gibt es einige Ausnahmen, wodurch der Salary Cap für eine gewisse Zeit überschritten werden kann ("soft caps").

Über die letzten Jahre ist der Salary Cap in allen amerikanischen Sportarten jährlich angestiegen, was mit den gestiegenen Gesamteinnahmen der Ligen durch gute TV-Verträge und die Erschließung neuer ausländischer Märkte zusammenhängt.

Der US-Sport im Überblick:

American Football (NFL):

Die National Football League – kurz NFL – ist die US-Liga für American Football und besteht seit dem Jahr 1920.

Insgesamt 32 Teams spielen jährlich um den Einzug in das größte Sport-Event auf der Welt: Den Super Bowl, das Finalspiel der NFL, der seit einiger Zeit immer am ersten Sonntag im Februar stattfindet.

Diese 32 Teams sind in zwei einzelne Conferences eingeteilt, die American Football Conference (AFC) und die National Football Conference (NFC). In 16 regulären Saisonspielen werden in den beiden Conferences zunächst die Teilnehmer der Playoffs bestimmt, aus denen dann jeweils die Sieger im Super Bowl aufeinander treffen.

Der amtierende Meister sind die New England Patriots, die sich im "Super Bowl LI" gegen die Atlanta Falcons durchsetzen konnten.

Basketball (NBA):

Die National Basketball Association – oder einfach NBA – ist das Ziel eines jeden Basketball-Profis auf der ganzen Welt. Warum? Sie gilt als beste und athletischste Liga der Welt .

Sie besteht seit dem Jahr 1946, ist also etwas jünger als die NFL. In Abgrenzung zum Football spielen in der NBA nur 30 Teams um den Titel, sonst ähneln sich die Ligen im Aufbau sehr.

Sowohl in der Eastern als auch in der Western Conference kämpfen jeweils 15 Teams in 82 Saisonspielen und den anschließend Playoffs darum, ihre Conference in den NBA-Finals , der Finalserie der Liga, zu vertreten.

Der amtierende Meister sind die Golden State Warriors, die sich in den letzten Finals mit 4:1 gegen die Cleveland Cavaliers durchsetzten.

Eishockey (NHL):

Was die NBA für Basketballer ist, ist die National Hockey League (NHL) für Eishockeyspieler: Die NHL ist das ultimative Ziel, die beste Profi-liga der Welt.

Dabei ist die amerikanische Eishockey-Liga älter als die Football- und Basketball-Liga und wurde bereits im Jahr 1917 aus dem Boden gestampft.

Wie in der NBA kämpfen auch in der NHL 30 Teams in zwei Conferences in 82 Spielen und den anschließenden Playoffs darum, am Ende der Saison ganz oben zu stehen und den weltberühmten "Stanley Cup" in die Höhe heben zu dürfen.

Amtierender Meister sind die Pittsburgh Penguins mit Superstar Sidney Crosby, die sich im Vorjahr gegen die Nashville Predators durchsetzen konnten.

Baseball (MLB):

Wer denkt, 82 Spiele in der Regular Season seien viel, hat noch nicht den Spielumfang der Baseballer in der amerikanischen Liga Major League Baseball (MLB) gesehen.

Unglaubliche 162 Spiele müssen die 30 Teams in der MLB während der regulären Saison absolvieren. Dazu kommen für zehn Teams noch Playoff-Auftritte dazu.

Auch im Baseball greift das amerikanische Conference-System: 15 Teams treten in der National League an, 15 in der American League. Die Sieger der Conferences spielen dann in der World Series um den Titel spielen.

Titelverteidiger sind die Chicago Cubs, die sich nach einem 1:3-Rückstand in den Spielen doch noch mit 4:3 gegen die Cleveland Indians durchsetzen konnten.

College-Sport:

Die Talente der Zukunft spielen im College Football oder auch Basketball und empfehlen sich in den College-Ligen für die großen US-Sport-Ligen.

In den USA ist es zumeist heute noch wichtiger, auf welchem College die eigene Karriere startete. NBA- bzw. NFL-Vereine kommen und gehen – aber das College bleibt der Fixpunkt der Sportlerkarriere.

Spieler, die nach der Highschool auf guten Colleges den Zuschlag bekommen, haben größere Chancen, später in früheren Runden gedrafted zu werden – und somit auch mehr Geld zu verdienen.

Auch in Sachen Beliebtheit hängt der College-Sport den großen Ligen in nichts hinterher. Durch die regionale Verbundenheit der Fans ist die Stimmung bei College-Veranstaltungen meist sogar besser.