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Col du Tourmalet - Schicksalsberg der Tour de France

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Er ist ein Schicksalsberg der Tour de France: Der legendäre Col du Tourmalet ist mit 2115 Metern der höchste Straßenpass der französischen Pyrenäen und gehört zu den Klassikern der großen Schleife. Seine Geschichte ist voller Dramen und Triumphe. 2019 wird er zum 83. Mal absolviert. SPORT1 blickt auf seine bewegte Geschichte zurück
Dass Tourmalet übersetzt "schlechte Straße" bedeutet, ist bei den Bildern aus den Anfangsjahren keine Überraschung. 1910 ist der Berg erstmals Teil der Tour. Damals gibt es noch wilde Bären in diesem Gebiet. "Entdecker" Alphones Steines kommt bei der Erkundung des ersten Hochgebirgspasses des Rennens fast ums Leben
Der spätere Gesamtsieger Octave Lapize ist der erste Gipfelstürmer, bezeichnet aber die Organisatoren nach der Etappe, die auch über den Col d'Aubisque führt, als Mörder
Ein einmaliges Kapitel schreibt 1913 der Franzose Eugène Christophe (2.v.l.). Der französische Hoffnungsträger kommt als Zweiter der Gesamtwertung in die Pyrenäen. Er erstürmt den Tourmalet, auf der Abfahrt bricht ihm jedoch die Gabel
Weil damals fremde Hilfe verboten ist, marschiert Christophe 14 Kilometer zu Fuß ins Tal, findet eine Schmiede und bastelt sich eine neue Gabel. Weil der Sohn des Schmieds den Blasebalg bedient, gibt's eine einminütige Zeitstrafe. Insgesamt kostet ihn das Pech vier Stunden und den Sieg. Heute erinnert eine Plakette daran
Neben L'Alpe d'Huez, Galibier und und Mont Ventoux ist der Tourmalet der Dauerbrenner im Programm der großen Schleife
Mindestens ebenso bekannt wie die legendären Antritte und Siege auf dem Tourmalet sind seine Fans: Hunderte weiße Campingfahrzeuge säumen den Pass, zigtausende Fans begleiten die Fahrer - auch in teils skurrilen Kostümen
Insgesamt ist der Aufstieg lange und beschwerliche 19 Kilometer lang, vom Startpunkt Luz-Saint-Sauveur aus sind 1410 Höhenmeter bis zum Gipfel auf 2115 Meter zu erklimmen
Kurios: Obwohl kein Anstieg in der 116-jährigen Geschichte der Tour de France häufiger im Programm stand, endet die Etappe in diesem Jahr erst zum dritten Mal nach 1974 und 2010 auf dem Gipfel
Alle großen Stars der Geschichte müssen sich über den Berg quälen - auch der fünfmalige Champion Bernard Hinault (r.)
1977 liefern sich der Belgier Lucien Van Impe, Lokalheld Bernard Thevenet und der Niederländer Joop Zoetemelk (v.l.) ein heißes Duell. Van Impe schafft es und schlüpft ins Bergtrikot - am Ende ist er auch in Paris vorn
Auf dem Weg zu seinem zweiten Tour-Sieg leidet auch der Amerikaner Greg Lemond. Die Etappe holt sich der schottische Bergfloh Robert Millar
Bei vier seiner fünf Gesamterfolge erklimmt der Spanier Miguel Indurain zwischen 1991 und 1995 den Tourmalet - allerdings nie als Erster
Richard Virenque lässt die Franzosen 1994 und 1995 jubeln. 1997 ist er der bis 2014 letzte Franzose auf dem Podium
Der inzwischen als Betrüger entlarvte Lance Armstrong (r.) holt sich 2002 auf dem Anstieg in den Skiort La Mongie auch das Gelbe Trikot - sein Triumph ist annulliert
Ein Jahr später bringt ihn Dauerrivale Jan Ullrich am Tourmalet in gewaltige Schwierigkeiten. Am Schlussanstieg nach Luz-Ardiden kommen dann Armstrong und Iban Mayo spektakulär wegen der Tasche eines Zuschauers zu Fall, Ullrich wartet fair und wird später zum Dank abgehängt
Den Rekord für die schnellste Befahrung stellt 2010 der Luxemburger Andy Schleck auf. In 50 Minuten und zehn Sekunden stürmt er mit dem Gesamtführenden Alberto Contador nach oben. Der Spanier ist auch am Ende vorn, wird aber später disqualifiziert. Schleck erbt im Mai 2012 den Toursieg, stand aber selbst mit Doping-Arzt Fuentes in Kontakt und fuhr - wie auch Contador oder Jens Voigt - im Team des geständigen Betrügers Bjarne Riis
Auch die deutsche Zukunftshoffnung Emanuel Buchmann hat gute Erinnerungen an den Giganten der Pyrenäen: Bei seiner ersten Teilnahme an der Tour 2015 wird er sensationell Dritter auf der schweren Bergetappe rund um den Tourmalet, den Sieg fährt der Pole Rafal Majka ein. Am Samstag will Buchmann erneut für Furore sorgen
Majka (l.) ist der einzige Nicht-Franzose, der seit 2010 die Etappe am Tourmalet gewinnen konnte. 2016 triumphiert mit Thibaut Pinot (r.) ein weiterer Bergspezialist
Im vergangenen Jahr ging der Sieg an Julian Alaphilippe, den aktuellen Träger des Gelben Trikots. Der Triumph war für Alaphilippe der Grundstein zum Gewinn des Bergtrikots. In diesem Jahr würde er gerne ein andersfarbiges Trikot bis nach Paris fahren
Col du Tourmalet - Schicksalsberg der Tour de France
Er ist ein Schicksalsberg der Tour de France: Der legendäre Col du Tourmalet ist mit 2115 Metern der höchste Straßenpass der französischen Pyrenäen und gehört zu den Klassikern der großen Schleife. Seine Geschichte ist voller Dramen und Triumphe. 2019 wird er zum 83. Mal absolviert. SPORT1 blickt auf seine bewegte Geschichte zurück
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